Musikverein Heilbronn-Kirchhausen e.V.


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Geschichte

Über uns

Das Gründungsjahr 1924
Der Musikverein Kirchhausen ging aus dem Katholischen Jungmännerverein hervor und wurde 1924 gegründet, nachdem am 22. Februar 1924 durch die katholische Kirchengemeinde beschlossen wurde, für die Beschaffung von Instrumenten aufzukommen.
Herr Werner Dietz vom Interessenkreis Heimatgeschichte hat uns dankenswerterweise Abschriften der damaligen Sitzungsprotokolle zur Verfügung gestellt. Im Protokoll vom 11. März 1924 wurde festgelegt:

Zur Musikkapelle nur tapfere, strebsame und musikalische Mitglieder zuzulassen.soll aus 9 – 11 Mann bestehen.

Die Leitung der Kapelle übernahm der damalige Straßenwart, Herr Julius Rittenauer.

Am 31. August 1924 bekamen die Musiker ihre Instrumente ausgehändigt, welche aber im Besitz des Vereins blieben. Es wurden zwei Bässe, vier Tenorhörner und sieben Flügelhörner angeschafft – eine aus heutiger Sicht eher etwas ungewöhnliche Besetzung.



Die Musikkapelle Kirchhausen im Gründungsjahr 1924


Der erste Auftritt fand am Heiligen Abend 1924 statt. Die Musiker spielten an jeder Straßenkreuzung Weihnachtslieder und am Kriegerdenkmal einige Choräle. Das ganze Dorf war stolzer Zeuge dieses ersten Auftritts. Aus Dankbarkeit und Anerkennung wurde dem Dirigenten ein kleines Geschenk, bestehend aus einem Taktstock und Zigarren, überreicht.
Im Jahr 2012 hat der Musikverein diese schöne Tradition wieder aufleben lassen. Die Resonanz in Kirchhausen war sehr gut, so dass unsere Jugendlichen auch an Heilig Abend 2013 wieder ihre weihnachtlichen Weisen erklingen lassen werden.

Die Chronisten des Jahres 1924 vermerkten:
„Ein lang gehegter Wunsch und ein überaus notwendiges Bedürfnis unserer Gemeinde ist nun endlich zur Ausführung gekommen. Bei allen öffentlichen Anlässen, wie Prozessionen, Gefallenenehrungen und sonstigen Festlichkeiten, fehlte hier am Ort eine Musikkapelle“.
Und:
„Möge das Spielen am Heiligen Abend in unserem Orte Brauch und Sitte werden. Möge die neu gegründete Kapelle wirken zur Ehre Gottes und zur Freude aller Mitbürger!“


Die Aufbaujahre
In den nun folgenden Jahren war die Kapelle Mittelpunkt aller örtlichen Feste und Feiern. Auch auswärts war sie stets ein gern gesehener Gast. So auch unter anderen bei den damals hoch im Kurs stehenden Turnfesten. Man rechnete es sich als Ehre an, beim 100-jährigen Jubiläum des Kirchenchores und Männergesangsvereines „Cäcilia“ im Jahre 1925 die „musikalischen Dienste bewerkstelligen zu dürfen“. Man war stolz, im selben Jahr beim Deutschen Katholikentag in Stuttgart die „Ehre gehabt zu haben, an der Spitze sämtlicher Jungmännervereine Württembergs bzw. Deutschlands ihre Weisen erklingen zu lassen.“
Neben den Proben – bis Ende des Jahres 1925 waren bereits 190 Musikstunden abgehalten worden – waren alle Mitglieder zusätzlich beim Bau des katholischen Vereinshauses eingesetzt. Zu dessen Einweihung im Jahre 1926 fand ein großes Festprogramm statt.

Bereits 1929 wurde mit großem Erfolg ein Waldfest durchgeführt. Doch schon zu diesem Zeitpunkt war die politische Änderung in Deutschland, die auch für die Musikkapelle nicht ohne Einfluss blieb, spürbar. Daher beschloss der Verein unter dem Druck der politischen Polizei im Jahre 1933, sein gesamtes Hab und Gut der katholischen Kirchenpflege zu schenken. Mit diesem Trick wollte man der Politisierung des Vereins entgehen und seine Neutralität wahren.
Alle Bemühungen waren umsonst. Am 12. Juni 1935 wurden die Instrumente sowie alles Vermögen des Vereins beschlagnahmt. Es folgte eine Zwangseingliederung in den Reichsverband für Volksmusik. In der Beitrittsaufforderung heißt es: „Die Eingliederung ist Vorbedingung für den Weiterbestand des Vereins“. Von nun an wurde jede Vereinstätigkeit überwacht, jeder Auftritt war meldepflichtig. Doch dieser Zwangsaufnahme verdanken wir auch eine genaue Beschreibung des Vereins. Er hatte 13 Mitglieder, Dirigent und Vereinsleiter war weiterhin Julius Rittenauer. Einen Schriftführer und Kassenwart gab es nicht, geprobt wurde im örtlichen Vereinshaus, einmal wöchentlich von 21.00 bis 22.00 Uhr.

Aber auch diese harte Zeit ging vorüber. Nach dem Einmarsch der Amerikaner konnte am 8. Dezember 1945 die erste Musikprobe nach dem Kriege stattfinden.
Julius Rittenauer, der sich große Verdienste um den Verein erworben hatte, legte altershalber den Taktstock nieder. Sein Sohn Alfons versuchte, die Kapelle zusammen zu halten. So konnte Herr Fries als neuer Dirigent gewonnen werden. Verschiedene Jugendliche wurden nach und nach in die Kapelle integriert, so auch unsere heutigen Ehrenmitglieder Adolf Gärtner, Gregor Gärtner und Hans Kern. Auch der leider zu früh verstorbene Leo Walter, der über 30 Jahre als 1. Vorsitzender die Geschicke des Vereins leiten sollte, kam zu dieser Zeit in den Verein.

Aber bis 1953 kam kein rechter Schwung in die „Sache Musikverein“. Für den damaligen Pfarrer Domogalla und für Josef Strack, den damaligen Vorstand des Cäcilienchores, war dies ein untragbarer Zustand. Sie holten Albert Spieß als neuen Dirigenten der Musikkapelle nach Kirchhausen. Organisatorisch wurde die Kapelle Abteilung des Kirchenchores, jedoch mit eigener Kassenführung.
Von nun an kam das Vereinsleben in Schwung.


Die Chronik der Vereinsarbeit

1964
Die Musikkapelle leistet sich ihren ersten Ausflug. Ziel ist Hinterthiersee in Tirol.
In diesem Jahr wird auch das während der Nazizeit aufgegebene Spielen von Weihnachtsliedern an Heilig Abend wieder aufgenommen.
Darüber hinaus wird durch den damaligen Schriftführer Rudolf Senghaas das Führen einer Vereinschronik begonnen. Er schreibt am 27. April 1964: „Es ist wohl sonderbar, wenn eine Musikkapelle, die auf ihr 40-jähriges Bestehen zurückblicken kann, beginnt, eine Chronik zu schreiben. (…) Frohgemut, wenn auch mit wenigen Hilfen und Dokumenten mache ich mich daran, diese Chronik aufzubauen.“
Diese Chronik wird von den Schriftführern des Vereines bis heute weiter geführt und spiegelt das Denken und den Zeitgeist ganzer Musikergenerationen wider.

1966
Eine Uniform muss her! Zur Finanzierung wird die „Aktion Musica“ ins Leben gerufen. Die Musiker ziehen durch Kirchhausen und sammeln Lumpen, Altpapier und Alteisen. Im selben Jahr wird noch die „echte fränkische Tracht“ vorgestellt.


Die Aktive Kapelle 1967 mit der „echt fränkischen Tracht“


1968
Der Verein verselbstständigt sich zusehends und gewinnt immer mehr aktive und passive Mitglieder. Deshalb ist es nur logisch, dass die Organisation des Vereines neu überdacht wird.
Am 13. Januar wird deshalb – in gegenseitigem Einvernehmen – die Trennung vom Kirchenchor „Cäcilia“ beschlossen.

1969
beginnt man mit der Gründung einer Jugendkapelle. Denn schon damals ist den Musikern klar, dass ohne Förderung von Kindern und Jugendlichen kein Fortbestand des Vereins möglich ist.

1971
Vom Massenbachhausener Vorbild abgeschaut, veranstaltet der Musikverein das erste Waldfest nach dem Krieg im Halstatter Wald. Es ist – wie auch heute noch – ein voller Erfolg. Bei schönem Wetter können nachmittags rund 400 Gäste begrüßt werden.

1973
Die Musikkapelle Kirchhausen wird zu einem eingetragenen, rechtsfähigen Verein mit Satzung und allem Drum und Dran. Er heißt seitdem offiziell „Musikverein Heilbronn-Kirchhausen e.V.“
Außerdem ist der Musikverein 1973 Mitbegründer des Ortskartells der Kirchhausener Vereine, welches Veranstalter des Schlossfestes ist.


Die Aktive Kapelle 1974 – deutlich gewachsen gegenüber 1967


1974
Das 50-jährige Bestehen des Vereines wird vom 4. bis 7. Oktober mit einem Festwochenende gefeiert – am Freitag war Dorfabend, am Samstag „Tag der Jugend“ mit den „Skippies“, der Sonntag „Tag der Blasmusik“ und am Montag „Bockbierabend“. Ein Konzept, das auch heute noch Gültigkeit hat.


Die Jugend 1974 mit dem Dirigenten Albert Spieß und Vorstand Leo Walter


1976
Das erste Schlossfest in Kirchhausen! Ein garantierter Erfolg war und ist die Ritterschenke, damals noch gemeinsam mit dem Cäcilienchor bewirtschaftet.

1979
Nach 22 Jahren legt Albert Spieß seine Dirigententätigkeit nieder und wird zum Ehrendirigenten ernannt. Sein Nachfolger ist Michael Leibfried, der sogleich jung und dynamisch die musikalische Arbeit aufnimmt.

1980
wird das Winterkonzert der Aktiven mit neuer Uniform eröffnet. Lange schwarze Hosen, weißes Hemd, rote Weste, eine mit Röschen bestickte Krawatte und ein graues Jackett sind damals voll im Trend!


Die Aktiven 1981 mit der grauen „Eisenbahneruniform“


1982
reisen die Aktiven nach Amerika zum „International Volksfest im Vernon Valley Action Park“.

1984
Auch die Jugendkapelle zieht es ins Ausland. Sie sind Gäste bei der „Stockport School Brass Band“. Außerdem wird das 60-jährige Bestehen des Vereines gefeiert. Höhepunkt ist das Konzert der 84th US Army Band, welches die Deutschordenshalle zum swingen bringt.

1986
stellt sich die neu formierte Big Band des Musikvereins beim traditionellen Winterkonzert vor.
Ein zweiter Trip nach Amerika führt die Musikerinnen und Musiker von New Ulm in Minnesota nach St. Louis und Chicago. Für diese Reise wird auch die erste Langspielplatte aufgenommen – „Im schönen Rotbachtal“.

1987
Ralf Denninger übernimmt die Aktive Kapelle des Musikvereins.

1988
besucht die Jugendkapelle ein zweites Mal Stockport.

1989
Am 9. April ist das erste Kirchenkonzert des Musikvereins.

1990
Olé! 10 Tage Vereinsausflug nach Spanien!
In diesem Jahr wird auch das erste Musikfestival im Schlossgraben durchgeführt.

1991
Die Aktive Kapelle wird Gesamtsieger von insgesamt 17 Orchestern beim Radio-Regional-Blasmusik-Wettbewerb auf dem Wimpfener Talmarkt.
Außerdem wird beim Schlossfest eine neue Uniform vorgestellt, die bis heute Bestand hat – fesche Trachtenröcke und Lederhosen!

1992
„Ja das ist Musik“ heißt die neue Musikkassette der Aktiven Kapelle.

1994
Adi Kainer löst nach 30 Jahren Leo Walter als 1. Vorstand ab.
Der Förderverein des Musikvereins wird gegründet.
Anlässlich des Festjahres – 70 Jahre Musikverein – gastiert die Peter Herbolzheimer Rhythm Combination & Brass in der Deutschordenshalle.


Die Aktive Kapelle 1994


Die Jugendkapelle 1994


1998
Beim Musikfestival des Musikvereins fährt ein PS-starkes Blasorchester im Schlosshof ein. Über 100 Musikerinnen und Musiker schaffen unter dem Motto „Biker machen Blasmusik“ den Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde.

1999
Die Generalversammlung des Musikvereins beschließt am 29. September den Bau eines Vereinsheims.

2000
Der Kaufvertrag für das Grundstück neben der Deutschordenshalle wird am 26. April von Adi Kainer (1. Vorstand) und Bernd Göttler (2. Vorstand – heute 1. Vorstand) unterzeichnet.
Am 26. Mai geht es dann tatsächlich los. Staatssekretärin Johanna Lichy, der Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn Helmut Himmelsbach, der Leiter des Schul-, Kultur- und Sportamtes Rudolf Senghaas und weitere Ehrengäste machen den ersten Spatenstich im Kapellenweg. Sie müssen sich damals ziemlich anstrengen, der Boden war wirklich „boggelhart“.

2001
Am Sonntag, 09. September ist es dann so weit. Unter großem Interesse der Kirchhausener Bevölkerung wird das Vereinsheim mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht. Nach einem Ökumenischen Gottesdienst und einigen offiziellen Reden geht es musikalisch zünftig mit einem Weißwurst-Frühstück los. Das Mittagessen ist exquisit wie das neue Vereinsheim – Hähnchenbrust mit Tomaten-Mozzarella-Füllung, Kartoffelgratin und gemischter Salat. Der Höhepunkt des Tages ist ein Fußballspiel zwischen den Funktionären des FCK und des MVK. Das Ergebnis möchten wir hier verschweigen. Zum Glück machen wir besser Musik als wir Fußball spielen …

2002
Auf Adi Kainer folgt Bernd Göttler als 1. Vorstand des Musikvereins.

2003
Der Musikverein hat seinen ersten Fernsehauftritt in der Sendung „Fröhlicher Alltag“. Diese wird in Bad Wimpfen aufgezeichnet.

2004
Das Festwochenende zum 80-jährigen Bestehen steht unter dem Motto „Musik verein(t) die Jugend“.

2006
Am 22. Oktober findet zum ersten Mal ein Gemeinschaftskonzert der Heilbronner Musikvereine in Kirchhausen statt.

2007
Der Musikverein darf sich das zweite Mal im TV präsentieren: Im Oktober finden bei strahlendem Sonnenschein Fernsehaufnahmen für die SWR-Sendung „Sonntagstour“ auf dem Wartberg statt.
Ralf Denninger ist seit 20 Jahren Dirigent bei der Aktiven Kapelle des Musikvereins. Dies wird mit einem Jubiläumskonzert gefeiert. Kaum ein anderes Orchester kann auf ein so langes und erfolgreiches Engagement eines Dirigenten zurückblicken.
Ralf ist heute bereits über 25 Jahre in Kirchhausen!

2010
Kirchenkonzert zu Gunsten der Initiative „Wir helfen Afrika“.


Scheckübergabe zu Gunsten der Aktion „Wir helfen Afrika“



Herausforderungen für die Zukunft
Die Jugendarbeit sowie der Erhalt und die laufende Finanzierung des Vereinsheimes sind unsere größten Herausforderungen für die Zukunft. Ohne Vereinsheim keine Jugendarbeit!
Ein wichtiger Baustein für die Finanzierung der Jugendarbeit sind die regelmäßigen Altpapiersammlungen, die der Musikverein in Kirchhausen und Biberach durchführt. Doch auch die Altpapiersammlungen sind nur mit der großzügigen Unterstützung von Sponsoren durchführbar. Wir danken deshalb an dieser Stelle dem Stuckateurbetrieb Matthias Kainer, der Schlosserei Joachim Blum und Eduard Blum dafür, dass sie uns immer kostenlos vollgetankte Fahrzeuge für die Sammlungen zur Verfügung stellen.
Für den Erhalt des Vereinsheimes müssen jeden Samstag die Musikerinnen und Musiker ran – zum Putzdienst! Zwei Mal im Jahr wird sogar ein Großputz organisiert, bei dem das Vereinsheim von oben bis unten auf Hochglanz poliert wird.


Die Vorstandschaft des Musikvereins Kirchhausen
Hinten von links nach rechts: Sarah Göttler (Jugendleitung), Dominik Bier (Vertreter der Jungmusiker), Tanja Walter (1. Kassier), Heiko Walter (Vertreter der Passiven), Margit Mayer (2. Vorstand), Matthias Muth (Beisitzer)
Vorne von links nach rechts: Gerold Spazierer (Vertreter der Aktiven), Hans-Dieter Gärtner (1. Schriftführer), Bernd Göttler (1. Vorstand)
Auf dem Bild fehlen: Alexander Blum (2. Kassier), Dietmar Bier (Beisitzer), Hans Kinbacher (2. Schriftführer)


Obwohl alle sehr sorgfältig und schonend mit unserem Vereinsheim umgehen, sind nach über 10 Jahren erste Renovierungsarbeiten fällig. Es kommt auch immer einmal wieder zu Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten an der Elektrik oder der Heizung. Und leider wurden wir auch nicht vor Vandalismus verschont – am 01.05.2008 wurde unser Edelstahlkamin mutwillig zusammengetreten.
Es sind also weiterhin das Engagement und der finanzielle Einsatz aller Mitglieder gefragt. Auch Sie können uns beim Erhalt unseres Vereinsheimes helfen. Für uns und für unsere Jugendarbeit. Werden Sie passives Mitglied! Auch Spenden sind willkommen! Wenden Sie sich einfach an unseren ersten Vorstand Bernd Göttler (Tel. 4485 /
bernd.goettler@t-online.de) oder an einen Aktiven Musiker. Oder spenden Sie auf das Konto 1262490, Kreissparkasse Heilbronn, BLZ 620 500 00.

Termine

Kontakt

Musikverein Heilbronn-Kirchhausen e.V.
1. Vorsitzender Bernd Göttler
Wormser Str. 22/2
74078 Heilbronn-Kirchhausen
0 70 66 / 44 85

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